November 18, 2025
Wie viel Transparenz braucht es im Einsatz von KI?
Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt aktuell viele Menschen und jede:r nähert sich dem Thema auf eigene Weise. Für manche ist sie längst fester Bestandteil des beruflichen Alltags, andere probieren aus oder entdecken die Möglichkeiten spielerisch.
Auch in unserer Tätigkeit hat KI Einzug gehalten: Wir selbst setzen KI vor allem für Wissensaufbau und Recherchen ein. Wir wissen aber auch, dass Unternehmen KI nutzen, um beispielsweise Bewerbungsunterlagen zu analysieren und Vorauswahlen zu treffen. Im Bewerbungsprozess ist es uns besonders wichtig, Bewerberinnen und Bewerber als Menschen mit Persönlichkeit, Motiven, Wünschen, Bedürfnissen und Potenzialen wahrzunehmen. Nur durch den bewussten und verantwortungsvollen Einsatz von KI gelingt es, effizient zu bleiben und dennoch den Begegnungsprozess zwischen Menschen zu gestalten.
Zugleich nutzen auch viele Bewerberinnen und Bewerber KI zur Erstellung von Unterlagen oder zur Vorbereitung auf Gespräche. Das finden wir grundsätzlich positiv. Jede Auseinandersetzung mit den eigenen Inhalten, Motiven und Zielen führt in der Regel zu besseren, v.a. reflektierten Gesprächen. Als Bewerberin bzw. Bewerber können Sie KI in folgenden Bereichen sinnvoll im Bewerbungsprozess nutzen und gleichzeitig ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wo ihre Grenzen liegen:
Einsatzfelder von KI für Bewerbende
- Lebenslaufoptimierung: KI-Tools helfen, Lebensläufe strukturiert, ansprechend und positionsbezogen zu gestalten.
- Anschreiben-Formulierung: Mit Unterstützung von Sprachmodellen lassen sich Anschreiben sprachlich verfeinern und auf den Punkt bringen.
- Interviewvorbereitung: Simulierte Gespräche oder KI-basierte Feedbacksysteme unterstützen beim Üben typischer Fragen.
- Kompetenzanalyse: KI kann helfen, eigene Fähigkeiten zu reflektieren und mit Jobanforderungen abzugleichen.
- Stellenrecherche: Intelligente Suchtools identifizieren passende Positionen schneller und passgenauer.
- Profilabgleich: KI-basierte Plattformen analysieren Bewerberprofile und schlagen passende Unternehmen oder Projekte vor.
- Lernempfehlungen: Auf Basis vorhandener Skills können individuelle Weiterbildungs- oder Upskilling-Empfehlungen generiert werden.
Grenzen von KI im Bewerbungsprozess
- Fehlende Individualität: KI erkennt keine persönlichen Nuancen, Emotionen oder Zwischentöne.
- Bias und Fehlentscheidungen: Algorithmen können bestehende Vorurteile unbewusst verstärken.
- Mangelnde Transparenz: Oft bleibt unklar, wie und auf welcher Basis KI Entscheidungen trifft.
- Abhängigkeit von Datenqualität: Schlechte oder unvollständige Daten führen zu falschen Ergebnissen.
- Verlust des persönlichen Kontakts: Wenn Bewerbungsprozesse vollständig automatisiert ablaufen, begegnen sich Bewerbende und Unternehmen oft erst im Arbeitsalltag – echte persönliche Eindrücke entstehen dann erst nach der Entscheidung.
- Ethische Fragen: Verantwortung und Fairness sind nicht automatisch durch Technik gegeben.
- Übertechnisierung: Zu viel Automatisierung kann Authentizität und Glaubwürdigkeit im Bewerbungsprozess beeinträchtigen.
Zum Nachdenken
Wenn beide Seiten KI unterstützend nutzen, um den Auswahlprozess zu verbessern, ist das ein Gewinn. Doch was passiert, wenn Entscheidungen ausschließlich oder einseitig durch KI getroffen werden?
Würden Sie als Bewerberin oder Bewerber wissen wollen, ob ein Mensch oder eine KI über Ihre Bewerbung entscheidet?
Wie viel Transparenz wünschen Sie sich darüber, in welchem Ausmaß KI im Recruiting-Prozess eingesetzt wird?
Gerne diskutieren wir dieses Thema mit Ihnen und wir freuen uns auf einen näheren Austausch!
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